Ein gern gemachter Anfängerfehler ist der zu sorglose Umgang mit dem Log-Typ „Benötigt Wartung“ bzw. „Needs Maintenance“, abgekürzt „NM“. Als Anfänger hat man in der Regel noch keine Caches versteckt und weiß deshalb nicht, was Logs dieser Art verursachen können.
Was passiert denn nach einem „NM“-Log? Zuerst einmal erscheint ein rotes Symbol mit einem Kreuz im Cache-Listing. Zudem rutscht der Cache über einen Algorithmus in die Beobachtung eines zuständigen Reviewers – das sind, sehr grob ausgedrückt, freiwillige „Aufpasser“, die in der Lage sind, Caches zu archivieren, also dauerhaft zu löschen. Genau das kann auch passieren, wenn sich der Owner nicht rechtzeitig um die Dose kümmert und die angeforderte Wartung durchführt. Sobald nämlich ein Reviewer eine Frist zur Wartung setzt, gilt der Cache als „angeschossen“, und der Owner muss unbedingt zur Rettung seiner Dose schreiten.
Eigentlich ein ganz normaler Prozess. Wenn etwas mit meinen Caches nicht stimmt, kümmere ich mich als Owner darum: Ich deaktiviere ihn zunächst, sehe nach dem Rechten, ersetze defekte Dosen etc., und logge abschließend „Wartung durchgeführt“.
Wo liegt also das Problem?
- Alte Caches: Geocaching gibt es seit dem Jahr 2000. Viele der ersten Cacher sind heute nicht mehr aktiv, einige verstorben. Caches aus den frühen Jahren sind sehr rar geworden und können logischerweise nicht einfach durch neue ersetzt werden. Loggt man bei einem alten Cache „needs maintenance“, könnte er also für immer verschwinden. Caches können zwar von anderen Cachern adoptiert werden, dazu muss der Owner aber zustimmen – und wenn er nicht mehr aktiv ist, wandert der Cache ins Archiv. Deswegen logge ich prinzipiell kein NM bei Caches, die älter als 15 Jahre sind!
- Spektakuläre Caches: In den frühen Jahren von Geocaching gab es kaum Vorschriften, was das Legen eines Caches angeht. An vielen der spannendsten Cache-Orte, wie z. B. Lost Places, Kanalrohre, Brücken etc. dürfen heute keine neuen Caches mehr gelegt werden. Der Betreiber, Groundspeak, hat dafür immer strengere Regeln festgelegt. Bereits bestehende Caches sind aber von diesen Regeln ausgenommen. Das bedeutet, wenn ein alter Cache ins Archiv geht, darf er oft nicht von einem identischen neuen Cache ersetzt werden. Deshalb auch hier: Kein NM!
- Schwer zugängliche Caches: Besonders schöne Caching-Abenteuer erlebt man z. B. beim Bergwandern. Weit abgelegen von der Zivilisation warten Dosen auf ihre Finder, die sich stundenlang einen Berg hinaufgeschwitzt haben. Gerade hier sollte man als Sucher immer ein wasserdichtes Ersatzdöslein (optimalerweise einen billigen Petling) mit Logbuch mitführen, denn sollte etwas mit dem Cache nicht stimmen (z. B. Plastikdose durch Frost oder Tiere zerstört), kann man gleich für Ersatz sorgen.
Loggt man stattdessen NM, muss sich der Owner auf den Weg machen – vielleicht bei schlechtem Wetter und mit mehreren hundert Kilometern Anfahrtsweg! Kann man selbst nicht helfen, sollte man sich hier das NM auf jeden Fall verkneifen! - Andere Hinderungsgründe: Der Owner könnte umgezogen sein und muss erst örtliche Cacher zur Adoption seiner Dosen finden; der Cache wurde von Touristen gelegt, die sich selbst nicht kümmern können; die Corona-Pandemie verhindert eine Anreise zur Wartung, etc. etc.
Oft gibt das Listing oder die Vorlogs Auskunft über Probleme dieser Art.
- Nicht gefundene Caches: Es gibt einen klaren Unterschied zwischen „ich habe die Dose nicht gefunden“ und „die Dose ist nicht mehr da“. Als Besitzer mehrerer Multis war ich schon oft mit Ersatzdosen unterwegs, um vermeintlich verschwundene Stages zu ersetzen – nur um dann festzustellen, dass die Dose noch genau da ist, wo ich sie selbst hinterlassen hatte. NM bedeutet „ich bin mir wirklich sicher, dass etwas nicht stimmt“ – und nicht „ich habe den Cache nicht gesehen“.
Was aber sollte man statt „needs maintenance“ loggen?
- Sollte man gar nichts gefunden haben, loggt man entweder „DNF“ = did not find, nicht gefunden, wenn man wirklich gründlich gesucht hat – also an den richtigen Koordinaten unter Beachtung des Hints, eventueller Spoilerfotos und Vorlogs, auch mal mit den Händen getastet etc. Sollte man nicht ganz so gründlich gesucht haben, passt eine „write note“ besser – denn auch gehäufte DNFs lassen den Cache bei den Reviewern aufploppen!
- Sollte man eine Dose gefunden haben, bei welcher der Behälter defekt oder das Logbuch zu nass ist, kann man den Cache fotografieren und den Owner um die Erlaubnis zum Fotolog bitten. Gute Cacher legen einfach ein Ersatzlogbuch in die Dose! Ein entsprechender Hinweis im Fundlog reicht völlig aus, um die nächsten Besucher zu informieren.